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Lumpi kann das Fußballspielen nicht sein
lassen: Hier die offizielle
Begründung aus der
Frankenpost
Die Gerüchteküche brodelte schon am Samstagabend nach dem Spiel der Hofer
Bayern gegen die SpVgg Ansbach. ,,Der Harald Spörl spielt für den SV
Memmelsdorf in der Fußball-Landesliga. So steht's in der Bamberger
Zeitung'', wurde getuschelt. Spörl, der Trainer der Gelb-Schwarzen, gab's
gestern auf Anfrage unumwunden zu und lieferte die Begründung gleich mit:
,,Mein Arzt hat es mir dringend empfohlen.''
,,Doppelt so großes Herz wie normal''
An die 1000 Spiele bestritt der gebürtige Franke in zwölf Profi- Jahren
für den Bundesligisten Hamburger SV. 1000 Spiele, in denen Spörl stets an
seine körperlichen Grenzen ging. Gehen musste, denn Profi-Fußball ist in
den 90 Minuten absoluter Hochleistungssport. ,,Mein Herz ist doppelt so
groß wie das eines Normalsterblichen. Wenn ich jetzt nicht abtrainiere,
könnte ich größte Probleme bekommen und ähnlich wie Bruno Pezzey Knall auf
Fall umkippen und tot sein.'' Der für Bremen und Frankfurt in der
Bundesliga spielende Österreicher hatte nach Karriere-Ende nur noch das
eine oder andere Prominentenmatch bestritten. ,,Zu wenig'', sagten die
Mediziner, nachdem Pezzeys Herz schlapp gemacht hatte.
Harald Spörl hat mit den Memmelsdorfern vereinbart, dass er immer dann,
wenn es sein Trainer-Job bei den Bayern zulässt, für den SVM die Stiefel
schnürt. ,,Das könnte bis zur Winterpause maximal und rein theoretisch an
zehn Wochenenden der Fall sein'', sagt Spörl. Das für heute geplante Debüt
im Memmelsdorfer Dress fällt allerdings gleich ins Wasser. Spörl plagt
sich mit einer schweren Erkältung herum.
Wie reagierten die Verantwortlichen der Hofer Bayern, als sie vom
Memmelsdorfer Engagement ihres Trainers erfuhren? Sie waren zunächst
ziemlich baff und alles andere als begeistert. Zweiter Vorsitzender
Gerhard Lugert: ,,Zusammen mit Reiner Denzler suchte ich noch am Samstag
ein klärendes Gespräch mit Herrn Spörl.'' Der schilderte seine Situation
und begründete die Entscheidung einleuchtend: ,,Meine Gesundheit hat
natürlich absoluten Vorrang.''
Die Hofer Vereinsführung toleriert diese Entscheidung, machte dem Ex-Profi
aber auch deutlich, dass der FC Bayern absolute Priorität genieße. ,,Wir
sind sein Arbeitgeber und bezahlen ihn. Das ist unser gutes Recht.'' Dass
der Trainer in seiner Freizeit tun und lassen könne, was er will, ist den
Bayern klar. ,,Wenn er in ein Fitnessstudio geht, können wir ihn ja auch
nicht daran hindern.''
Bleibt natürlich die Frage offen, warum Spörl sein ,,zu großes Herz''
nicht als aktiver Bayern- Spieler ,,abtrainiert''. Lugert zeigt auch hier
Verständnis. ,,Wir haben über diese Möglichkeit gesprochen, waren uns aber
am Ende alle einig darüber, dass damit neue Probleme entstehen würden.
Selbst, wenn er nur in der Bezirks-Oberliga-Mannschaft kicken würde, läuft
er immer Gefahr, angreifbar zu werden. Schon den kleinsten Patzer würden
ihm unzufriedene Spieler als Schwäche auslegen.''
Und Schwächen will und darf sich der einen harten Kurs fahrende Trainer
(,,Es gibt keine Erbhöfe. Entscheidend ist, wie sich die Spieler
präsentieren'') keine leisten. Genauso wenig will er sich der eingangs
beschriebenen Gefahr aussetzen, in der viele Hochleistungssportler
schweben. ,,Pezzeys Tod ist natürlich besonders tragisch. Ich kenne viele,
die riesige Gesundheitsprobleme nach Karriere-Ende bekommen haben. Ich
will das natürlich vermeiden und bin froh, dass mir die Bayern da keine
Steine in den Weg gelegt haben.''
,,200er-Puls in Stress-Situationen''
Auch er selbst sieht die Aufgabe bei den Bayern ganz eindeutig an erster
Stelle. ,,Ich will mit der Mannschaft Erfolg haben'', sagt er und
schmettert auch den Einwand ab, dass er doch mittrainieren oder alternativ
regelmäßig zum Joggen gehen könnte. ,,Das Herz'' sagt er, ,,hat sich auf
die ganz spezifische Belastung eines 90minütigen Fußballspiels
eingestellt. Da geht der Puls in Stress- Situationen oft über die
200er-Grenze hinaus, beim regelmäßigen Jogging bleibt er bei 130 oder 140
stehen.'' Und mittrainieren? ,,Auch das bringe wenig, hat der Arzt gesagt.
Außerdem will ich kein besonders begabter Vorturner sein. Meinen Job sehe
ich so, dass ich immer wieder korrigierend eingreife.''
Dass diese Arbeitsphilsophie erste Früchte trägt, war im Heimspiel gegen
die SpVgg Ansbach ansatzweise zu erkennen. Erstmals kickte die Mannschaft
halbwegs so, wie er sich das in Zukunft vorstellt. ,,Es ist ein langer
Weg, auf dem wir Rückschläge einkalkulieren müssen. Aber wir haben, glaube
ich, die richtige Richtung eingeschlagen.''
gibt es von Harry und co. ein positive Ergebnis...
Vieln Dank wie immer an
Hof-Berichterstatter Markus. |